Kreativität geht alle an - damit ist keiner verantwortlich??

Kreativität-Techniken (KT) /kreativitaet-techniken zu KT-Buch + pK (problemlösendeKreativität]

www.kreativtät-techniken.de

Textfeld: Textfeld: Site: KT-Buch– Spezifik
(warum das Buch so gestaltet wurde,  z. B. um eigenständig ohne Seminare in die KT einzu– führen und a.m.)

Diese Spezifika des KT-Buches sind quasi der 'Tischschmuck'

beim Lesen des durchaus anspruchsvollen Textes -

ersetzen nicht z. B. Fehlendes, aber machen das 'Tischerlebnis' nachhaltiger und damit angenehm verwertbar. 

  Viele Anforderungen werden durch die unterschiedlichen Nutzer wie Junge und Einsteiger, Profis und Aus- und Weiterbildner an das KT-Buch gestellt.

  Es soll vielfältige, dabei auch besonders gängige Kreativitäts-Techniken (KT) zur Verfügung stellen, zugleich einen breiten Überblick über die Thematik sichern und zusätzlich das konkrete Handeln vermitteln, was zur Nutzung nötig ist, ohne einen dicken Wälzer daraus zu machen.

  Das KT-Buch soll - ein besonderes Aniegen des Autors - trotz der nicht einfachen Thematik möglichst ohne zusätzliche Anleitung, ohne Trainer, Seminare u. ä. m. funktionieren.

 

   Wie soll das gehen bei dieser nicht einfachen Thematik?

Der Autor hat dazu einiges probiert und investiert. Er zählt dazu:

      mit einem anspruchsvollen Layout*,

     ♦ mit den einfachen, motivierenden Einleitungskapiteln,

♦ vielen Beispielen, einem stark strukturierten Text, Ergänzungs-blocks am Textrand u. ä.,

♦ Inhhaltsvorschau zu jedem Kapitel

♦ mit einem Stufensystem der Anwendungsforderun-gen  (s.unten) u.a.

 will der Autor seinem Anliegen und besonders den Jungen entgegen kommen.

 Für die Profis ist als kreativer Beitrag

♦ jeweils eine Kurzfassung im Buch mit eingerichtet, die einen schnellen Zugang zu den KT mit der nahezu

Vollständigkeit der Wiedergabe aller wichtigen Kreativitätstechniken verbindet.

 

   Ein breiter Praxisblock mit fünf namhaften Erfindungsbeschrei- bungen (Lindsche Kältemaschine; Fischer-Dübel; Sauer-Relais; Öko-Reinigungsmittel, aluminierter Bonddraht für elektronische Bauelemente) - die alle von den Erfindern/ihren Unternehmen autorisiert wurden) soll zusätzliche Erläuterungen und Motivation vermitteln.  

     Das und unten genannte Spezifika hat der Autor sich aus seinen langjährigen Erfahrungen vieler Arten der Vermittlung von KT bei den unterschiedlichsten Gegebenheiten als kreative Lösungen einfallen lassen, um alle diese Anforderungen in ein Buch packen zu können.

     Diese Spezifika sind zugleich Alleinstellungsmerkmale für das Buch.

        Wichtige KT-Buchbesonderheiten

(= ) hier kurz benannt:

Die KT finden Sie im Buch zur Auswahl aus vielen angegebenen Alternativen in vier

    KT-Sammlungen:

   • S3 = 35 Krea's - zugleich ein Bonsai-System der KT

   • S5 = 12 Analyse-Methoden

   • S6 = 16 Informationsgewinnungsmethoden

   • S7 =  8  Bewertungsmethoden

   Zwei weitere Sammlungen (S) ergänzen das Spektrum an   

     konzentrierten  Zusammenstellungen wertvoller Informationen:

     in S9 sind 17 "Wegleitungen" zum Problemlösen &  Erfinden

zu finden,

    u. S10 stellt für die Diskussion + Verteidigung der gefundenen  

    Lösung sehr nützliche 35 "Kunstgriffe der Eristik" zusammen.

   Alle KT werden strikt handlungsorientiert angeboten!

   Zur besserer Erlernbarkeit sind 3 Nutzerstufen für KT  vorgegeben:

Stufe 1: für alle Tätigkeiten bzw. Berufe mit einem beträchtlichen Anteil informationeller Arbeitsprozesse (selbst 'Jugend forscht', Abiturienten)  - dafür vor allem die 'Kreas'

Stufe 2: für alle, deren Arbeitsprozesse durch Innovationen mit geprägt werden oder die an Innovationen arbeiten - dafür vor allem die 'Standardanwendungen und die Hauptteile des Buches einschießlich Widerspruchslösungen'

Stufe 3für alle in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen sowie für alle einschlägigen Aus- und Weterbilder  - dafür die 'Komplexen Ansätze für den Problemlösungsprozess'. Fairerweise muss ergänzt werden, dass die Stufe 3 i. d. R. nicht ohne zusätzliche Anleitungen auskommen wird. Zwar ist die gegeben Methoden-Übersicht hier in ihrer Vielfalt nahezu unikat, aber vorsatzgemäß eben nicht Buchschwerpunkt, der beim unmittelbaren Vermitteln liegen soll.

Für den Profi der Stufe 3 ist es so ein gutes Handbuch.

Im Buch werden

♦  vorrangig solche KT mit

• großer Nutzungswahrscheinlichkeit  und

       • geringer Kompliziertheit und Komplexität vorgestellt.

Zwei Bücher in "einem"  Exemplar als

   ► Kurzfassung für schnelles zielführendes Nutzen ohne viel Lesestoff

   Komplettfassung mit Vermittlung nötiger Erfahrungen, Beispielen und Kommentaren für den "einsamen" Leser ohne Anleiter oder spezielle Vorkenntnisse (Seminare u. dgl.)!

♦   Für Junge und Einsteiger gut geeignet

♦   Tiefgegliedertes Handbuch zum Nachschlagen  (400 Verweise als Stichworte, 140 Gliederungsabschnitte)

 

* Zum anspruchsvollem Layout gehoren auch fünf Cartoons von vier bekannten Karikaturisten. Der unter dem Namen "Nel"  arbeitende Künstler, der das Bild von Seite 3 bereitgestellt hat, erhielt für eine Karikatur den ersten Preis des Jahrgangs 2011 der jährlichen bundesweiten Ausschreibung der Sächsischen Zeitung.

Mit diesen Karikaturen soll auch die kognitve Leichtigkeit  der Darstellung [nach Novelpreis-träger Kahnemann, siehe Rezension auf Website Anwenderberichte unterstützt werden.

Selbstverständlich Kreativität - aber mit handlungsorientierten Techniken!

 

 

Der folgende Text gehört zur Seite ‚Anwendungs-Infos‘ und nutzt den hier vorhandenen Platz! Pardon!

Fortsetzung des Beitrags "0. Statement" - s. Anwenderberichte bzw. Fortsetzung letzte Seite:  Unser Statement zu "problemlösende Kreativität"    durchgesehen: 23.3.2017, erneut 26.08.18

Kreativität -

außergewöhnliche

Kreativität  -

problemlösende

Kreativität -

2.2. Zur Praxis von außergewöhnlicher Kreativität’

Die außergewöhnliche Kreativität wird geprägt durch die jeweiligen Spezifika der unterschiedlichen Anwendungsfelder, in denen sie sich entfaltet. Solche deutlich verschiedene potentielle Felder für die außergewöhnliche Kreativität sind z.B.

 ►        der künstlerisch-musische Bereich (einschließlich den so genannten   ‚Kreativwirtschaften’)

 ►        die problemlösenden Prozesse in Technik und Wirtschaft samt deren

 Forschungsgebieten

 ►        naturwissenschaftliche Gebiete

 ►        Mathematik, Informatik,

 ►        soziale, geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Disziplinen.

Da im Bereich der künstlerisch-musischem Kreativität eine kreative künstlerische Leistung i. d. R. nicht direkt als „Problemlösung“ verstanden wird, sollen unter der Überschrift ‚Statement zu pro­blemlösender Kreativität’ zu diesem Bereich hier keine weiteren Aussagen erfolgen – zumal zu dem Feld die Autoren über keine einschlägigen Erfahrungen verfügen.

Für die typischerweise problemlösende Prozesse in Technik und Wirtschaft samt deren For­schungsgebieten ist das anders. Zwar wird dort die „außergewöhnliche Kreativität“ explizit fast nie angesprochen, aber inhaltlich nahezu immer „gefordert“. Mit einem inhaltlichen Anspruch auf (min­destens einen Anteil) außergewöhnliche(r) Kreativität lässt sich dazu unter den Begriffsattributen zu Kreativität wie „problemlösende Kreativität“, „angewandte“, „technisch-ökonomische“, „wissen­schaftlich-technische“ oder „technische“ ein breites Spektrum von Ausarbeitungen, Methoden, Anleitungen und anderen Unterstützungen in der einschlägige Literatur und Praxis finden1 .

Im praktischen Prozess können bzw. werden beide begrifflich Gegenpole bildende Kreativitäts­formen der außergewöhnliche und Alltagskreativität miteinander verknüpft auftreten und viele Übergangssituationen bilden. Eine formale Abgrenzung zwischen der Alltagskreativität und der außergewöhnlichen Kreativität müsste folglich beachten, dass real beide Formen miteinander verknüpft auftreten bzw. auftreten können, viele Übergangsformen mitunter möglich, notwendig, praktikabel und so auch selbst Kreativität fördernd sind.

 

 

 

 

 

 

Gerade Alltagskreativität darf nicht bloß auf das ‚Produzieren’ von Ideen beschränkt werden, wenn sie auch öfter damit leider identifiziert wird. Selbstverständlich sind Ideen für eine Lösung nötig. Sie sollten aber auch einen gewissen kreativen Anspruch auf Nützlichkeit erfüllen und nicht „nur Spinnereien“ sein, sondern z. B. mindestens anregend, in bestimmten Maße neuartig sein usw.

Es gilt auch bei Alltagskreativität: nicht „Masse“ der Ideen ersetzt nötige Mindestqualitäts­anfor­derungen, wenn Kreativität gemeint ist. Da sich mit Alltagskreativität viele der psychologisch geprägte Schriften und Methodenvorgaben beschäftigen, soll hier auf diese Thematik nicht weiter eingegangen werden. Dort finden Sie für diesen Typ der Kreativität genügend Anregungen.

Für die Praxis hat die Kategorie „außergewöhnliche Kreativität“ insbesondere die Bedeutung zu er­kennen, dass es ihr Anteil ist, der besonders wichtig und Niveau bestimmend ist, und der bewusst angestrebt werden müsste bei den Anleitungen und Unterstützungsmaßnahmen für praktische Pro­zesse. Da praktische Prozesse eine Mischung auch mit Alltagskreativität haben, soll die weitere Dar­stellung zu solchen realen Mischformen erfolgen, speziell für den Typ der problemlösenden Kreativität mit genügend Anspruch an außergewöhnlicher Kreativität. Dafür sollte das hier zur Kategorie außergewöhnliche Kreativität Vorgestellt ausreichen.

 3. Problemlösende Kreativität

Mit ‚problemlösender Kreativität’ soll schon mit dem Begriff deutlich werden, was der Kern dieser Kreativitätsanwendung ist: ein bzw. mehrere Problem/e zu lösen!

Solche praktischen Lösungen werden sich nicht auf z. B. die Technik bzw. auf technisch-ökonomische oder wissenschaftlich-technische Themen begrenzen lassen. Somit sind diese Attribute wie „tech­nisch-ökonomische“, „wissenschaftlich-technische“ oder „technische“ nicht ausreichend umfassend und genügend zielführend. Dagegen ist wieder „angewandte Kreativität“ nicht spezifisch genug, denn nahezu alles zu Kreativität – auch Alltagskreativität – würde, wenn nicht gerade theoretische Fragen betroffenen werden, begrifflich dann darunter fallen. Der Problembegriff hat für die anspruchsvolle Kreativität - wie sie oben verstanden wird - schon seinen Charme und wer ein echtes „Problem“ hat, braucht zur Bewältigung i. d. R. schon Kreativität – problemlösende!

3.1. Definition der „problemlösenden Kreativität“

Die problemlösende Kreativität ist eine Erscheinungsform der Kreativität, die für das Schöpfertum und den gesellschaftlichen Fortschritt in der Technik, Wirtschaft und Wissenschaft und ähnlich anfordern­den Prozessen in anderen Bereichen4 maßgeblich und typisch ist. Sie ist dabei durch Problemlösung und einen dafür i. d. R. nötigen Anteil außergewöhnlicher Kreativität geprägt.

Diese problemlösende Kreativität wird durch nachfolgende Merkmale charakterisiert:

1. Ein erkanntes, vermutetes, vorgegebenes oder anders erfasstes Problem ist der typische Ausgangspunkt für einen Arbeitsprozess zur Problemlösung.

2. Sie ist zielgerichtet und zielt dabei i. d. R. auf eine wirtschaftliche Verwertung; dagegen künst­lerisch-musischen Kreativität z. B. auch auf Selbstverwirklichung, Seinserfahrung u. ä.

3. Die erreichte Lösung ist nicht nur originell und problemsensitiv 5, sondern oft im gewissen Maße überraschend und/oder ungewöhnlich.

4. Ein Erreichen einer anspruchsvollen kreativen Lösung tritt in den meist längeren Arbeitspro­zessen oft scheinbar relativ spontan auf. Ihr Auftreten kann zwar durch fördernde Bedingungen (mit geeigneter Arbeitsweise, nach gründlicher systematischer Vorbereitung u. a. m.) unterstützt und deutlich gefördert, aber willentlich (also z.B. auf Wunsch) nicht zwingend ausgelöst werden. Dieser längere Arbeitsprozess ist keinesfalls mit der Ideenfindung abgeschlossen.

5. Die kreative Leistung ist infolge der nötigen Einmaligkeit der Lösung (die Einmalig-keit muss erst geprüft werden) erst nach dem Finden des kreativen Lösungsansatzes /der kreativen Idee (also nach einem relativen Zwischenstand auf dem Weg zu ihrer Umsetzung) - damit quasi erst hinterher – als kreative Lösung erkennbar.

6. Eine gewisse nötige Niveauhöhe 6 der kreativen Leistung liegt vor – im Idealfall z.B. eine Widerspruchslösung, die gegensätzliche, sich widersprechende Aspekte in einer neuartigen Lösung elegant beseitigt bzw. überwindet. Eine solche Problemlösung kann z.B. als höchste Kreativitätsstufe in der Technik zu Erfindungen und darauf bauend zu Innovationen führen.

7. Typische Resultate der problemlösenden Kreativität auf dem Feld von Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und analog fordernden Bereichen sind:

a. eine patentfähige Erfindung,     

b. eine analog bedeutende Entdeckung 7 oder

c. eine analog bedeutende Gestaltung unterschiedlicher Komplexität (z. B. eine Gesetzmäßigkeit; ein Icon, Modell oder Design [Formgestaltung, Werbeschrift], eine Konstruktion oder Projek­tierung, ein Programm[-system] o. ä.).

8. Sie ist ohne fundiertes Wissen und (Fach-)Kenntnissen zum Sachverhalt praktisch nicht realisierbar. Auch mit diesen allein ist die eigentliche kreative Leistung selbst nicht zwingend herbeiführ- oder ableitbar (vgl. 9.). Eine kreative Leistung erweitert das vorhandene Wissen! Das gilt auch bei Grenzdisziplinen und sich überlappenden Anwendungsgebieten.

9. Zum Anteil außergewöhnlicher Kreativität gehört in der Regel als Auslöser ein noch weiter aufzuklärender Faktor (Erkennen und Begreifen des Neuen nach systematischer Vorbe­reitung, Gesichtsfelderweiterung und/oder durch Zufall, als Geistesblitz, durch Fantasie, Intuition usw.), der z. B. durch Kreativitätstechniken u. a. gefördert, aber nicht sicher geschaffen werden kann, auch wenn er letztlich für das kreative Resultat wesentlich ist.

10. Trotz ihres Anteils außergewöhnlicher Kreativität weist sie insbesondere aus der Sicht der Metaebene Gemeinsamkeiten in den verschiedensten Anwendungsgebieten und Problemsituationen auf. Das ermöglicht, eine ihr nützliche handlungsorientierte Arbeitsweise zu ermitteln und vorzugeben.

Mit dieser Definition weist sich problemlösende Kreativität als typische Anwendungsform der außergewöhnlichen Kreativität für Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und analog fordernden Bereiche aus. Dabei hat der Problembegriff folgerichtig für das Verständnis der problemlösenden Kreativität eine zentrale Bedeutung. 

3.2. Zum Problembegriff bei „problemlösender Kreativität“

Dieser Problembegriff hat nichts mit dem oft umgangssprachlich und z. T. negativ verwendeten Wort ‚Problem’ zu tun. Im Gegenteil: Das Erkennen und klare Formulieren eines Problems im Sinne des Problemlösungs­prozesses ist oft schon die „halbe“ Lösung.

Problem im Sinne des Problemlösungsprozesses ist für die geistig-schöpferische Arbeit eine sehr produktive, unverzichtbare Kategorie. Problemerkennung und -lösung sind Zündstoff für das Neue, den Fortschritt und damit für bedeutende Innovationen. Die bewusste, methodisch-systema­tische Auseinandersetzung mit Problemsachverhalten fördert die Überwindung von Denkbarrieren, Hindernissen und/oder von scheinbar unverträglichen Gegensätzen.

Zur problemlösenden Kreativität gehört damit ergänzend die vereinfachte Charakteristik des Problembegriffes aus dem Unterschied von Aufgabe und Problem.

 Bei einer Aufgabe ist der Lösungsweg, das „Wie“, hinreichend klar, bekannt oder gegeben, bei einem Problem ist er nicht oder nicht ausreichend sicher bekannt. Beide – Aufga­ben- und Problemlösung – machen natürlich Arbeit, nicht selten eine Aufgabe sogar mehr als manches Problem“ [S1, S. 18.f].

 Oft erfordert der Aufgabenlösungsprozess höchste fachliche Qualifikation, Spezialisierung, Erfahrungen und anspruchsvolle technische und informationelle Arbeitsmittel. „Beim Problem muss vor der eigentlichen inhaltlichen Lösung erst noch der Lösungsweg erarbeitet werden, oft schrittweise, das ‚Wie’, also eine Methode, Vorgehensweise usw. zur Lösung des Problems (vgl. Bild 1). ... Hier helfen meist die Kreativitätstechniken.

Wenn aber der Nutzer nach z. B. drei Schritten einer solchen Methode meint, besser ohne sie auszukommen, dann bitte, hat er die Wahl zu versuchen auch ohne sie auszukommen. Denn Kreativitätstechniken, wie alle Methoden, Vorgehensweisen usw., ersetzen nicht das „Schöpfertum“, die Kreativität. Sie führen direkter und einfacher an das Schöpferische heran. Darin liegt ihr Wert.“ [S1, S. 18.f]. 

Trotz dieses aus der Anwenderpraxis für den Nutzer gebotenen ‚Wahl’-Hinweises sind die Kreati­vitätstechniken und die Art ihrer Nutzung im Rahmen einer Kreativität fördernden Arbeitsweise für den Problemlösungsprozesse und für die Entfaltung der Kreativität wesentlich. Sie sind das Beste, was z. Z. aus den empirischen-phänome-nologischen Untersuchungen und Analysen an Erkenntnissen zur Kreativitätsförderung bei problemlösender Kreativität bereitgestellt werden kann.

Erst mit dem „Problembegriff“ zeigt sich der Lösungsweg als eine für die Kreativität so wichtige Komponente. Und gerade mit „Kreativitätstechniken“ u. a. kann dafür Beachtliches bereitgestellt werden. So erweist sich der Begriff „problemlösende Kreativität“ für die Entfaltung der Kreativität - insbesondere der außergewöhnlichen - als überaus nützlich und treffend.

Eine ergänzende Anmerkung 1 zur o. g. einfachen Unterscheidung von Aufgabe und Problem ist noch nötig: deren Merkmal 'Verfahren/ Methode gegeben/ bekannt oder nicht bekannt' ist recht grob. Inhaltlich soll damit angesprochen sein, dass sich die (kreative) Lösung nicht formal nach Methoden/ Regeln – im Unterschied zu Aufgaben – ableiten lässt. Methoden für den Problemlösungsschritt können durchaus angeben werden. Mit ihnen ist der Übergang von der Suchfrage zum Generieren einer neuartigen, eventuell widerspruchsüberwindenden Lösung unbestimmt, ungewiss und mehrdeutig. Es gibt in diesem Fall keine(n) Methode / Weg, um mit dem vorhandenen Informationen formal so zur Lösung zugelangen. Für die entsprechende Suchfrage gibt es rein formal keine Erfolg verspre-chende Lösung. Aber es können im Problemlösungsprozess weitere heuristische Verfahren/Methoden genutzt werden, so wird z.B. oft das Problem weiter „zerlegt“, um eventuell auf der nächsten Hierarchieebene durch das Konkretisieren Lösungselemente auch aus dem Bekannten zu finden, die durch kreative Kombination bzw. Synthese neue innovative Ergebnisse entstehen lassen.

3.3. Zur Praxis von „problemlösender Kreativität“

Zu dem in Punkt 9 des Abschnitts 3.1. genannten ‚Auslöser’ gibt es nicht nur unter-schiedliche Auf­fassungen, sondern er ist auch relevant für eine unterschiedliche Praxis des Herangehens an die Kreativitätssituation (die dabei nicht immer der problemlösenden Kreativität zu geordnet werden kann oder soll). Schon die Kausalität des ‚Erkennen und Begreifen des Neuen’ verweist auf zwei deutlich unterschiedliche Kriterien für die Wahrnehmung als kreative Leistung.

Die Unterschiede im Herangehen können grob wie folgt charakterisiert werden.

I. Die auf systematisch-analytische u. a. orientierte gründliche Vorbereitung der Lösungsfindung setzt i. d. R. auf einen längeren Prozess ausgehend von einem dabei herauszuarbeitenden Ideal (z. B. als ‚Ideales Endresultat’ (IER) bezeichnet), von dem das nötige Ziel abgeleitet wird. Für dieses werden dann mit Unterstützung geeigneter Kreativitätstechniken zielgerichtet Lösungen mit hohem An­spruch gesucht. So ein Vorgehen ist i. d. R. nicht im Schnellgang zu haben und deshalb keineswegs überall beliebt.

II. Ganz anders ist das Vorgehen, wenn von vornherein vorrangig auf die Intuition (s. Anmerkung 2 unten), auf das Hoffen auf den spontanen genialen Einfall‚ auf den ‚göttlichen Funken’ u. ä. gesetzt wird. Natürlich findet da auch eine gewisse Analyse und Vorbereitung der Lösung statt, aber mit einer deutlich anderen Qualität und Konsequenz. Das systematische Herausarbeiten des nötigen Kerns und der bestimmenden Bedin­gungen der kreativen Lösung findet kaum statt. Das Hoffen auf den genialen Einfall, auf die Intui­tion lässt den Arbeitsprozess aber einfacher, wesentlich weniger aufwändig erscheinen und vor allem kürzer.

Kommt allerdings bei II. der erhoffte Einfall dann (meist) nicht, verlängert sich der Prozess deutlich und / oder oft wird ein geringer wertiges Resultat als möglich akzeptiert. Das ist z. B. typisch für das Brainstorming. Schnell sind viele Lösungsvorschläge „gesammelt, das Beste sei ausgesucht!“ Das kann durchaus ausreichen, wenn tatsächlich eine kreative Leistung dabei ist. Es ist aber nur das relative Optimum aus der vorhandenen Vorschlagssammlung, nicht gemessen z. B. an dem „Idealen End­resultat“ (IER) wie bei I. . Die sehr kreative Anregung z. B. aus dem IER rückrechnend ein nötiges Zielniveau abzu­leiten, entfällt so leider bei II. Folglich fehlt auch die Ableitung einer Widerspruchs-problematik. Also zu be­stimmen, was hindert, das Ziel zu reichen und die dabei erkannten widersprüchlichen Gegebenheiten (heiß und zugleich kalt) nicht zum Kompromiss (lauwarm) zu optimieren, sondern eine Wider­spruchs­­lösung mit Hilfe gegebener Kreativitätstechniken zu suchen, was i. d. R. erst ermöglicht, für problem­lösende Kreativität einen hohen Anteil außergewöhnliche Kreativität zu sichern. 

Deshalb sind für problemlösende Kreativität als Auslöser für das Erkennen und Begreifen der kreativen Lösung z. B. charakteristisch:

 •  systematische Analyse, Suchverfahren, Kombination, Analogiebildung und Bewerten der    gefundenen Ansätze

 •  systematische, zielorientierte Gesichtsfelderweiterung u. Bewerten der gefundenen Ansätze

 •  gesteuertes Trial and Error

ohne damit die Fantasie, den Zufall oder die Intuition als Lösungsschritt oder als in das systematische Vorgehen integrierten Schritt in seiner Bedeutung für die problemlösende Kreativität zu negieren.

Eine ergänzende Anmerkung (2) zu Intuition:  Intuition sollte hier so verstanden werden, wie sie Kahneman [Ka 1, S. 23 u. 292] von Herbert Simon [Simon, H.A.: “What Is an Explanation of Behavior?“, Psychological Science 3 (1992), S.150-161] zitiert „Die Situation liefert einen Hinweisreiz (cue); dieser Hinweisreiz gibt dem Experten Zugang zu Informationen, die im Gedächtnis  gespeicherten sind, und diese Informationen geben ihm die Antwort. Intuition ist nicht mehr und nicht weniger als Wiedererkennen." Dieses die Intuition entmystifizierende Zitat kann das spezifische Aufrufen von vorhandenen, im Gehirn gespeicherten Informationen des unwillkürlichen Denken (System 1 nach Kahneman) für den kreativen Lösungsprozess als verständlich einbeziehen und dabei voll auf den ‚göttlichen Funken’ u. ä. verzichten. Mit dieser Einordnung der Intuition kann der Weg I. gut zu recht kommen, wenn durch das willkürliche Denken (das langsame Denken, das ‚System 2’ nach Kahneman) systematisch z.B. mit den informationellen kreativen Arbeitsmitteln u. a. solche Hinweisreize systematisch produziert und genutzt werden.

Leider findet in der Literatur – wohl einem zwar verständlichen, aber unrealen Wunsch der Anwender nach schnellen Lösungen zu sehr folgend – der systematische Weg durch die Mühen der Ebenen (I.) zu wenig Würdigung und Anerkennung. Der schnelle Weg genial mit Intuition als Gipfel (II.) wird mit vielen Varianten der ‚Ideenfindung’ gewürzt, kann aber leider damit kaum zum real leider mühseligen Erkennen des Kerns einer kreativen Lösung beitragen.

Eine kritische Analyse eines so gegangenen Weges II. und seines Erfolgsniveaus – falls es überhaupt so etwas wie „Weg“ oder „Erfolg mit nötigem Niveau“ gab - findet kaum statt. Deshalb kann im strengen Sinne das Vorgehen nach II. nicht der problemlösenden Kreativität zu geordnet werden, praktisch sollen aber auch unten genannte Mischformen mit Alltagskrea­tivität nicht von vornherein ausgeschlossen sein.

Verständlich damit, dass problemlösende Kreativität einer besonderen Förderung und Anerkennung ihres Weges bedarf.

Die gegebene Definition der problemlösende Kreativität (Abschnitt 3.1) grenzt sich zur künstlerisch-musischen Kreativität ab und erfasst auch den Arbeitsprozess zur Lösungs­findung. Er ist bei problemlösender Kreativität meist lang und dabei auch relativ komplex. Das bietet zusätzlich eine gewisse Abgrenzung zur Alltagskreativität. Diese kann als weniger anspruchsvoll z. B. bezüglich der Origina­lität, der Einmaligkeit und Verwertbarkeit der Ergebnisse eingestuft werden und entsteht meist nicht in einem längeren und komplexeren Arbeitsprozess.

Gerade letzterer kann – erweitert um den objektiv hohen Stellenwert der problemlösende Krea­tivität im Bereich Technik, Wissenschaft und Wirtschaft und ähnlich anfordernden Prozessen in an­deren Bereichen für die Entwicklung der Gesellschaft und deren Existenzgrund­lagen – als weitere er­gänzende Charakterisierung gelten. Deshalb soll im Abschnitt 3.5 ein Versuch einer Kurzcharakteristik dieses Arbeitsprozesses / Problemlösungs­prozesses bei problemlösender Kreativität erfolgen, wohl wissend, dass es nur ein Abriss ist und den nötigen eigenständigen Komplex “Problemlösungsprozess“ dieser Website nicht ersetzen kann.

Die im Bereich Technik, Wissenschaft und Wirtschaft und ähnlich anfordernden Prozessen in an­deren Bereichen typischen Arbeitsprozesse werden von Personen und/ oder Teams i. d. R. be­ruflich ausgeführt. Ihre Aufgabe es ist, letztlich neue Lösungen zu erarbeiten, diese umzusetzen und so Innovationen zu erreichen, die die Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft vorantrei­ben, ihre Evolution absi­chern.

Problemlösende Kreativität hat als typische Anwender Forschungs- und Entwicklungs­teams oder Einzelpersonen, aber auch „freie“ Einzelerfinder, Kleinunternehmen oder solche, die sich auf diesen Weg begeben, um zu versuchen, mit hoher Motivation, Einsatzbereitschaft und Pro­fessionalität nach solchen kreativen Problemlösungen zu streben.

Zur problemlösende Kreativität in o. g. Bereichen sollten aus praktischen Gründen toleranter­weise auch die Arbeitsprozesse zählen, die problemlösende Kreativität anstreben / anstrebten, aber letztlich die Problemlösung nicht erreichten. Das kommt der genera-lisierenden Aussage von vorn entgegen, dass Kreativität eine spezielle Form des Denkens sei.

Etwas vereinfacht könnte damit so formuliert werden:

Als mit ‚problemlösender Kreativität gelöst oder bearbeitet’ sollen vereinfacht die Arbeitsprozess von Forschungs- und Entwicklungsteams oder Einzelpersonen einschließlich „freien“ Einzelerfinder bezeichnet werden, die i. d. R. meist vielfältige Formen von Kreativität – also auch Alltagskreativität – nutzen, wenn mindestens ein Anteil außergewöhnlicher Kreativität im Ergebnis erzielt oder ange­strebt wurde.

In Technik und Wirtschaft ergib dieser Anteil außergewöhnlicher Kreativität insgesamt eine hohe Niveaustufe der Kreativität für die Problemlösung, die i. d. R. durch eine Widerspruchs­lösung, eine patentfähige Erfindung oder eine analog bedeutende Entdeckung/Gestaltung unterschiedlicher Komplexität (ein Icon; eine Gesetzmäßigkeit; Modell; Design [Formge-staltung, Werbeschrift, ...], Konstruktion; Programm[-system] oder ähnliches) beschrieben und die nach Prüfung ihrer Originalität, Neuheit usw. i. d. R. dann als solch hohe Niveaustufe anerkannt werden kann.

3.4. Problemlösende Kreativität in Technik, Wissenschaft und Wirtschaft

Einerseits wurden durch gezielte Förderung problemlösender Kreativität bedeutende Problemlösungen erreicht und andererseits wird das Potential noch nicht genügend gezielt genutzt.

Dazu sei aus [H 1, s. S. 76] Förster, F. zitiert: „…jeder in seinem Lebensbereich, sei dieser nun groß … oder klein ... (hat) die Chance, seine Fähigkeiten bis zu einem gewissen Grade zu entwickeln, Kre­ativität zu lernen, dass er also in gewissen Grenzen selbst für sein Schöpfertum verantwortlich ist. Zum anderen ist wichtig, dass nicht nur große Geister außerstande sind, ihr schöpferisches Potential voll auszuschöpfen, … die in ihm schlummernden kreativen Kräfte voll zur Entfaltung zu bringen. Das heißt, dass das latente schöpferische Potential unseres Volkes ungleich größer ist als das nach außen zur Wirkung kommende. Die Kreativitätsforschung führt als Beweis eine Reihe historischer Fakten an, z. B. die ungewöhnlich große Zahl besonders kreativer Künstler in der italienischen Renaissance oder die überraschende Dichte hochbegabter Musiker in Mitteleuropa, besonders in Thüringen im 18. Jahr­hundert.

Eine so ungewöhnliche Häufung großer Künstler … ist keinesfalls … aus Vererbung zu erklären. Die historischen Beispiele vermitteln die fundamentale Erkenntnis, dass ein Kreativität förderndes Klima in Familie, Schule, Umgebung und Land große Bedeutung hat. Solch kreativitäts-freundliches Klima ermöglicht es einer viel größeren Zahl von Menschen das in ihnen angelegte Schöpfertum zum Wachsen und zur Wirkung nach außen zu bringen als in Zeiten, wo kreative Impulse in Erziehung, Schule und Ausbildung nicht nur ohne Förderung bleiben, sondern sogar unterdrückt werden.“

Heister [He1] hat zum Stellenwert und der nötigen Förderung insbesondere der problemlösenden Kreativität in seinem umfangreichen Werk „Bildung Erfindung Innovation“ Band 2 dazu diese, die eingangs zitierten und weitere klare, wichtige Ausführungen gemacht. Seine auch kritischeren Aussage müssen leider bestätigt werden, wenn er feststellt, dass eine gewisse technikfeindliche Einstellung vorzufinden ist und es nicht leicht ist, der problem­lösenden Kreativität „... wenigstens öffentliche Akzeptanz zu verschaffen ... Ähnliche Erscheinungen zeigen sich im Bereich der öffent­lichen Meinungsbildung. ... Das öffentliche Ansehen des kreativen Problemlöser muss dringend zum Positiven verändert werden.“ [He 1, S.84 f.].

Da auch in den Unternehmen zunehmend die Notwendigkeit auftritt, sich gegen Widerstän-de bei der kreativitäts- und Innovationsförderung zu wappnen – z. B. wenn die vorhandenen personellen, technischen u. a. Strukturen mit den von der Innovation / Neuerung geforder-ten nicht übereinstim­men, oder deren Komplexität einfach höher ist oder das ‚gut geplante Unternehmen’ einem Hang zur Risikovermeidung folgt, oder sozialbedingte Widerstände auftreten (neue Führungsgeneration; Machtpositionen,...) u. ä. m. – ist einfach vielmehr zur Förderung der problemlösenden Kreativität zu leisten, soll sie weiter genügend Lösungen bereitstellen, um die so nötige Innovationen umsetzen zu können.

Den positiven Stellenwert der Kreativität hebt die „Gesellschaft für Kreativität e.V.“ [Ge 1] in ihren Thesen zu ‚Wider das Schattendasein der Kreativität’ z. B. für den Arbeitsprozess, für den „privaten“ Bereich und für die Gesellschaft selbst einschließlich der Kunstbereiche hervor. Danach motiviert Kreativität, führt zu Erfolgserlebnissen und der Anwender findet darin Erfüllung seines Wirkens und/oder Lebens. Das gilt insbesondere im Beruf, auf technischen, wirtschaftlichen oder künstlerischen Gebiet, aber auch im privaten Bereich. Kreativität wird als die „Quelle aller Innova­tionen“ bezeichnet und beeinflusst so wesentlich Wohlstand und Lebensqualität. Sie sei eine „uner­schöpfliche Ressource – eine Energiequelle, die nie versiegt“. Die Thesen fordern konsequen­terweise ihre Förderung, „denn sie entsteht in der Technik und Wirtschaft nur selten im Selbstlauf.“

Im zitiertem Material von Heister [He 1] heißt es auf S. 18 f. zu problemlösender Kreativität: “Krea­tivität ist die Fähigkeit, schöpferisch, originell, folgerichtig systematisch zu denken und als wertvoll erkannte Gedanken zu konkretisieren“ und weiter zu „Voraussetzungen für kreatives Problemlösen“ gehören „… - Motivation, … - Fähigkeiten, … - Kenntnisse und … Fertigkeiten“ dazu.

Da der kreative problemlösende Prozess im o. g. Bereich Technik und Wirtschaft auch auf schwierige, sogar behindernde und störende Elemente treffen kann und trifft, ist

„ ... Motivation als Vorausset­zung für problemlösende Kreativität ...“ [He 1, S. 22 f.] unerlässlich und „... für wirksam problemlö­sende Kreativität ist außer der Motivation ein ganzes Bündel einschlägiger Fähigkeiten erforderlich. Diese stark genetisch bedingten Fähigkeiten des Menschen sind ein besonders pflegebedürftiges Potential. ... Die frühe Förderung ... der ... für problemlösende Kreativität wichtigen Fähigkeiten ... kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

In [He 1, S.49 f.] werden nachfolgend die Fähigkeiten zur Fantasie, zur Intuition, zum logischen Denken und zur „Belastbarkeit“ ausführlich dargestellt. Da diese Faktoren relativ einsichtig sind, soll hier der Verweis auf diese Quelle ausreichen.

Problemlösende Kreativität für das Gebiet der Technik, Wissenschaft und Wirtschaft und analog for­dernde Bereich mit ihrem Anteil außergewöhnlichen Kreativität hat entscheidende Bedeutung für die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft. Sie kann entstehen in deren zielgerichteten Arbeitsprozessen beim Bearbeiten von Problemsituationen, wenn (mindestens) eine überraschend neue Lösung mit ansprechenden Niveau erreicht wird, die die Kriterien der Einmaligkeit/Originalität erfüllt, und für die durch eine geeignete Anregung ein Gedankensprung zur Problemlösung ermöglicht wurde.

 3.5 Kurzcharakteristik des Arbeitsprozesses/ Problemlösungs­prozesses bei problemlösender Kreativität

Vorgestellt wird hier die methodische Komponente.

Während für die vielen wenig komplexen Kreativitätstechniken (daher auch z. B. Einzelme­tho­den benannt) sich systematische Übersichten finden lassen, ist das für die real meist kom­plex­eren oder den kompletten Problemlösungsprozess (PLP) – naturgemäß – schwerer. Je komplexer umso mehr dominiert die jeweilige Spezifik der Lösungsfindung. Daraus der Schluss: der komplexe PLP lässt sich nur darstellen, wenn er deutlich von der jeweiligen Spezifik befreit und so nur das (methodische) Gerippe erfasst wird. Das zeigt die Literatur, die Dutzende, ja Hunderte bis je nach Detailliertheit gar 1000e solcher Einzelmethoden umfasst, oft ohne das deren methodischer Kern eine ausreichende Differenzierung ausweist. Bei komplexen Methoden wird oft nur die (allein selig machende) eine Variante des jeweiligen Autors vorgestellt, dafür auch mit vielen Details untersetzt, die die Anwendungsbreite naturgemäß wieder einschränken – einen Stein der Weisen wird es dabei nicht geben.

Allerdings zeigt die Praxis, dass das kein großes Problem zu sein scheint. Zwei, drei Dutzend solcher (externer) Einzelmethoden gut zu beherrschen, die hinreichend zu dem inneren Methodenvorrat passen, und eine gewisse Strategie für den Einsatz dieser Methoden zu nutzen, sind besser als sklavisch einem komplexen System zu folgen, wo viel Aufwand für die methodische Seite erforderlich ist. Wenn jetzt diese Strategie noch allgemein genug ist, ist sie auch kein Hindernis für die Nutzung einer etwas spezifischeren Komplexmethode, denn auch die wird sich dann diesem allgemein nötigen Vorgehen unterordnen. So kann eigentlich nicht viel fehl gehen, wenn nicht erwartet wird, mit dieser Strategie komme man quasi automatisch zur Lösung. Der konkret zu gehende Weg kann und muss damit noch systematisch erarbeitet werden. Das ist ein Teil der Mühen der Ebene des Vorgehens nach I. vom Abschnitt 3.3.

Die Strategie allein also nutzt wenig, sie muss noch untersetzt werden. Aber da sie viel einfacher erscheint, bietet sich die Change, hier die allgemeine Strategie etwas näher zu beschreiben, um die Vorstellung vom PLP zu stützen. Wer allerdings über Erfahrungen mit der Nutzung eines spezifischeren PLP verfügt, sollte dabei bleiben, wenn er zu Vorgehen und Aufwand dafür Akzeptanz hat. Er kann das folgende aber zum Vergleich mit seiner Arbeitsweise nutzen. Das gilt umso mehr, als hier nur der Ablauf, der methodische Teil des Vorgehens beschrieben werden soll. Die Art und Weise kreativen Arbeitens mit der Systematik, der Logik, des funktionellen Vorgehen der Systemtheorie besonders in den Technikbereichen, die heuristischen Prinzipien, die Zielorientiertheit, die Ausdauer usw. , die für einen Erfolg immens wichtig sind, genauso wie persönlich Eigenschaften, können hier im Abriss nur erwähnt werden.

 Schritte eines Problemlösungsprozess

Vorn wurde definiert: Ein erkanntes, vermutetes, vorgegebenes oder anders erfasstes Problem ist der typische Ausgangspunkt für einen Arbeitsprozess zur Problemlösung (Problembearbeitungsprozess PBP- ab und an als PLP bezeichnet). Eminent wichtig ist die Aufbereitung des erkannten oder vorgegebenen Problems. Davon hängt der Lösungserfolg in sehr hohem Maße ab. Es zeigt sich dabei leider oft, dass das ursprünglich Erfasste gar nicht das tatsächlich treffende Problem ist. Diese Phase des PBP hat damit zu „kämpfen“, dass der motivierte Bearbeiter „schnell durch“ will zur Lösung, aber am Anfang die Problemlösung selbst eigentlich im Zustand des ‚Nichtwissens über sie selbst’ ist. Da rächt sich jede Beschleunigung.

 

Je nach Problemlager kann die Analysephase mehrstufig ausfallen (also dass das/die Problem/e in unterschiedliche Hierarchieebenen zerlegt werden muss/müssen), sie sollte stets vom idealen Endresultat ausgehend zurück zum realen Ziel betrieben werden, vielfältige Analysemethoden nutzen und v. a. m. Die zu so ermittelnde/n Suchfrage/n bieten die Ansatzpunkte zum Lösungs­prozess, für den geeignete Handlungsfolgen als methodische Stützung in frage kommen. Sie können im Operationsplan erfasst die Problemlösung organisieren, der in der Regel die Über­führung in die Nutzung folgen sollte. Das erfordert, schon in der Analysephase der Aufgaben­stellung z. B. Fragen der Kapitalbereitstellung mit zu prüfen, damit nicht die Lösung durch fehlende Finanzierung ohne Nutzung bleibt. U. a. auch deshalb anfangs zwei Analysephasen.

Bild 2  zeigt die Grobstruktur.  

In einer mehr methodenorientierter Schreibweise kann der PBP z.B.  wie in Bild 3 vorgestellt werden.                       

4. Quellen und Fußnoten:

[A 1] Andreasen, N.: The creativy brain. The neuscience of genius. New York: Pana press 2005 ISBN 1-932594-07-8

[B 1] Boden, M.: The creative Mind. Mythos and Mechanisms. London: 1990 ISBN 0-415314-53-4

[Ge 1] Gesellschaft für Kreativität e. V.. www.gesellschaftfürkreativität.de, 2014

[He 1] Heister, M.: Bildung Erfindung Innovation. Band 2, Bonn: Verlag Iduso GmbH 2013

[Ka 1] Kahneman, D.: Schnelles Denken, langsames Denken. Siedlerverlag München 2012

[Me 1] Mehlhorn, J.: Vorwort zum Jahrbuch der Kreativität 2014. Jahrbuch der Kreativität 2014. E-Books www.jpmk.de Köln 2014

[St 1] Stanke, K.: Handlungsorientierte Kreativitätstechniken. Für Junge , Einsteiger und Profis mit BONSAI-System der Kreativitätstechniken. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag 2011 ISBN 937 386464 001- 8 www.kreativität-techniken.de

[St 2] Steinberg, R.: Handbook of Creativity. Cambridge: Univ. Press 1989 ISDN 0521 57604-0-0521 57604-0

[Wiki 3] WIKIPEDIA Stichwort „Kreativität“ Stand 27.02.2014

[Wiki 4] WIKIPEDIA beim Stichwort „Kreativität“: [Holm-Hadulla 2011]

[Wiki 5] WIKIPEDIA Stichwort „Guilford, J. Paul“; Stand 27.02.2014

    Fußnoten

1) Vgl. Geschichte der problemlösenden Kreativität und Literaturliste im Webspacee www.problemlösendekreativität.de

2) s. z. B. [St 2] (Steinberg, R.: Handbook of Creativity: Cambridge Univ. Press 1989 ISDN 0521 57604-0-0521 57604-0)

3) In z. B. problemlösenden Prozessen in Technik und Wirtschaft kann von außergewöhn­licher Krea­tivität i. d. R. dann gesprochen werden, wenn eine hohe Niveaustufe der Kreativität durch eine Widerspruchslösung, eine patentfähige Erfindung oder eine analog bedeutende Entdeckung / Gestaltung gekennzeichnet ist, und diese nach Prüfung deren Originalität, Neuheit usw. als solche Niveaustufe bestätigt werden kann.

4) Da im künstlerisch–musischen Bereich der Problembegriff keineswegs so gängig ist, auch wenn letztlich ein ‚bedeutendes Bild oder Musikstück’ für den Künstler doch „seine Problemlösung“ sein kann oder ist, wird mit dem gewählten Begriff der ‚problemösenden Kreativität’ zugleich eine für die Anwendung geeignete Differenzierung gegeben, die zusätzlich orientierend wirkt, indem er die problemlösende Kreativität vorrangig als auf den Feldern von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft angesiedelt betrachtet.

5) Ein Problem, was nach einer Lösung bedarf, zu erkennen (zu ‚problemisieren’). So z.B. alte Probleme, bekannte Sachverhalte aus neuer Sichtweise zu betrachten, neue Möglichkeiten u. / o. Zusammenhänge aufzeigen ► erfordert kreative Leistung.

6) Für die Niveauhöhe lassen sich mehrere Stufen denken. Keineswegs sind alle innovations­trächtig oder lassen sich nur auf Bereiche außergewöhnliche Kreativität begrenzen. Selbst mit Alltagskrea­tivität sind Innovationen auslösbar.

7) Hier sei „kreativ“ z. B: aus dem beobachteten Phänomen, was evtl. schon viele sahen, erstmalig einen neuartigen Schluss zu ziehen.

Weblinks:

www.wikipedia.de/problemlösendekreativität

www.storyal.de

www.kreativität-techniken.de

www.dietmar-zobel.de 

Die kreativen Problemlöser

Autoren: Dr. Klaus Stanke unter Mitwirkung / Mitautorenschaft von Prof. Dr. Peter Koch